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AmeiseAmeisen und ihre Bekämpfung

 Ameisen sind staatenbildend, d.h. sie sind zur Bildung eines Volkes mit sozialem Zusammenhang fähig mit einer Funktionsaufteilung innerhalb der Individuen. Ameisenvölker mit ihren Königinnen nisten meist versteckt und entziehen sich somit dem direkten Zugriff von Feinden. Die Nistbereiche haben keine feste Abgrenzung wie bei z.B. Bienen, sondern sie durchziehen den Boden bzw. das Material tunnelartig. Es treten nur die Arbeitstiere in Erscheinung. Die Königin verlässt das Nest nicht.

Entwicklung eines Ameisenvolkes:

Juli: die Ameisenkönigin wird begattet

Oktober: unter günstigen Lebensbedingungen hat sich ein Stamm von Arbeitstieren entwickelt

Dezember: das Volk liegt in Kältestarre. Bei Völkern innerhalb von Gebäuden können die Frühjahrsaktivitäten bereits jetzt schon beginnen

Mai: die ersten Aktivitäten beginnen mit den warmen Epochen der Frühlingsmonate

Juli: die Anzahl der Individuen des Volkes hat erheblich zugenommen

Je nach Größe des Volkes kann es bereits im dritten Jahr zur Heranbildung der ersten neuen geflügelten Geschlechtstiere kommen. In den folgenden Jahren nehmen solche Völker weiter an Ameisen zu, auch wenn sie sich in den Wintermonaten reduzieren. Jährlich bilden sich jetzt hunderte weibliche und männliche Geschlechtstiere, die das Nest zum Hochzeitsflug verlassen. Die Königin bleibt über viele Jahre (bis zu 10 Jahre bei einigen Lasius Niger Arten) existent.

Bei Ameisenarten mit mehreren Königinnen (Pharaoameisen) ist die Lebensdauer der Königinnen wesentlich kürzer.

Lebensweise der Ameisen (bekämpfungstechnisch):

Die Arbeiterinnen haben drei verschiedene Aktivitätsbereiche, die innerhalb von Gebäuden vor allem bekämpfungstechnisch voneinander zu unterscheiden sind.

1. Der Nestbereich mit dem Sitz der Königinnen und den pflegerischen Aktivitäten der Arbeiterinnen liegt meist versteckt und ist nicht zugänglich. Hier setzen Maßnahmen zur Tilgung des Ameisenvolkes an.

2. Der Raum selbst, aus dem von den Arbeitstieren Nahrung und Wasser in den Nistbereichgetragen werden. Der Raum teilt sich "bekämpfungstechnisch" noch in den verdeckten, unzugänglichen und in den offenen, zugänglichen Bereich. Ein Befall kann jahrelang nicht erkannt werden, wenn die Arbeitstiere nur den verdeckten Bereich beutzen. Erst sichtbare Laufstrassen weisen schließlich auf einen Befall hin.

Erst eine Aufgliederung der Tätigkeiten von Ameisen-Arbeitstieren in die drei Bereiche (Nist-Bereich, offener Bereich, verdeckter Bereich) läßt eine Bewertung der gegen Ameisen möglichen Vergrämungs- und Bekämpfungsmaßnahmen zu. Bekämpfungstechnisch ergibt sich hieraus, dass alle Maßnahmen zur Tilgung des Ameisenvolkes die Königinnen und Larven treffen müssen, aber nur im offenen Raumbereich eingeleitet werden können. Man verwendet daher am sinnvollsten Fraßköder, die von den Arbeiterinnen in das Nest getragen werden um dort die Königin mit diesem Köder zu füttern.

Biozide sicher verwenden. Gebrauchsanweisungen unbedingt beachten. Missbrauch verursacht Gesundheitsschäden.

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